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Nach etlichen Wochen in Rumänien - es ist ja ein großes Land - sind wir nun in Bulgarien eingelangt.
Die letzten 2 Wochen hatten wir ja in Östereich bei unserer Familie verbracht, am Boot war bei unserer Rückkehr alles in Ordnung, lediglich mit der Marinagebühr war einiges unklar. Was wir aber auch gar nicht anders erwartet haben.
Es gibt speziell in diesem Land eine erhöhte Dichte an Menschen, die sich wichtiger nehmen als sie sind. Dem verleihen sie nicht nur mit Titeln für die eigene berufliche Tätigkeit Ausdruck, sondern auch alle ihre Bekannten und Freunde werden hoch dekoriert, weil, wenn man so wichtige Leute kennt, dann ist man selber auch wichtig. Da werden dann fantasievolle Titel wie Direktor, Präsident und General vergeben, jeder kleine Polizist avanciert zum Kommandanten, ein Gemeindevorsteher zum Bürgermeister einer großen Stadt.
Auf die Marinagebühr hat uns der Präsident der Marina eingeladen, der dann gar kein solcher war, dann sollten wir nächtens Geld auf einem unbewohnten Boot hinterlegen um die "Security" damit zu "bezahlen", schlussendlich haben wir natürlich den geraden Weg gewählt und haben ganz offiziell und mit Rechnung bezahlt. Die Gegenleistungen, die wir für diese "Einladung" in den Wochen davor bereits geleistet hatten - private Geburtstagsparty an Bord der Solarwave, Halbtagesausflug mit 15!!! Personen, dutzende "hochkarätige Persönlichkeiten aus Wirtschaft Politik und Militär" spazierenfahren - das bezeichnet der Jurist in mir als "frustrierte Aufwendungen". Der Laie sagt dazu "Lehrgeld".
Nichts passiert, in Zukunft wissen wir, schriftliche Vereinbarungen sind eine Sache, Bares eine andere - nur Bares ist Wahres.
Fazit für jeden der in Ländern wie diesem Geschäfte machen möchte - ohne "kleine Gefälligkeiten" geht es sehr schwer - und man prüfe sorgsam, wen man schmiert. Es gibt nämlich weit mehr "hilfreiche Kontaktpersonen" als wirkliche Entscheidungsträger. Punkt.
Die Fahrt nach Balchik - unsere erste Stadt in Bulgarien war ruhig, kein besonderes Wetter, deshalb die leicht reduzierte Geschwindigkeit - wenn wir nur Tagesetappen fahren, könnten wir mit über 6 Knoten unterwegs sein, bei bewölktem Himmel waren es dann "nur" 5,5 Knoten.
Entlang der Strecke viele Windgeneratoren, gewaltige Wohnanlagen, die nicht fertig gebaut wurden.
Ein sehr typisches Erscheinungsbild dieser Gegend.

Auf der Fahrt begegneten uns Delfine, immer wieder ein wunderbares Schauspiel!

Balchik ist ein kleines recht hübsches Örtchen mit viel südländischem Flair, sehr gepflegte Promenade mit schönen Restaurants und einer Marina mit westlichen Preisen. Wurde ja auch mit EU-Förderungen gebaut.


Hier kann man übrigens Wohungen kaufen mit Meerblick - der Quadratmeter mittlerweile nach anfangs 2000 Euro nur noch 1000 oder weniger - aufpassen muss man lediglich bei den "bulgarischen Quadratmetern", wie uns ein deutscher Industrieller, der seit Wien unsere Reise im Internet verfolgt und uns hier erwartete, erzählte. Sein 52 m² Appartment hat tatsächlich nur 26m² - der Rest sind anteilige Allgemeinräume wie Rezeption, Halle, Stiegen .... Auf diese Art verdoppelt sich natürlich der Preis für die tatsächlich gekauften m². Aber dennoch - sensationelle Lage!
Die ganze Nacht hat es geregnet, es ist noch immer stark bewölkt, aber wir fahren trotzdem weiter nach Varna.
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