Home Solarwave-Project Archiv Reisetagebuch 2010 Marmara-Meer - 18.9.2010
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Sep
2010
Marmara-Meer - 18.9.2010 Print E-mail
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Das Marmara-Meer

Es präsentiert sich uns sehr friedlich – was die Fahrt bis hierher nicht immer war. Seit unserem langen Aufenthalt in Mangalia hatten wir eher mäßige Seebedingungen vorgefunden, mussten mehrmals wegen hoher steiler Seen umkehren, täglich mehrmals Wettervorhersagen abfragen, die dann schlussendlich von der Realität überholt wurden. Der Wind hat fast immer gestimmt, in Richtung und Stärke, nicht jedoch die Wellen – mit geradezu absurden Angaben – im Marmarameer 4 Meter Welle aus Süd, nachdem seit Tagen der Wind mit 1-2 Bft aus Norden weht. Kurze Zeit hatte ich entgegen meiner langjährigen Überzeugung den Wetterberichten vertraut – nun bin ich wieder zu meiner alten Einstellung zurückgekehrt, dass die besten Wetterberichte die retrospektiven sind – die für den Vortag.

Bei den täglichen Blog-Eintragungen – Sie finden sie in der Karte über diesem Text, wenn sie auf die jeweiligen Pfeile klicken - haben wir ja bereits ausführlich über die einzelnen Zwischenstationen geschrieben. Wir laden Sie ein, auch diese zu lesen. Mit Doppelklick auf die Landkarte können Sie diese übrigens vergrößern und sich jedes noch so kleine Detail anschauen.

Die Reise mit diesem Boot ist geprägt von sehr schönen, aufmunternden Erlebnissen. In Bulgarien habe uns Engländer die mit einer Hallberg-Rassey 54 – einem Schiff um deutlich über 1 Mio. Euro – unterwegs sind, uns angesprochen und sich über das Projekt informiert. Als wir uns im nächsten Hafen wieder begegneten, hatten sie bereits die Homepage gelesen. Einer kam zu mir und sagte: „Thank you – we really appreciate what you are doing for all of us“ – „Danke, wir schätzen es sehr was Sie für uns alle tun“. Ein wunderschönes Kompliment und Anerkennung unserer Arbeit. Wir sind sehr gerührt über solche Worte. Danke!

Gestern abends in Vilivri, einer kleinen Stadt in der Mitte der Nordküste des Marmarameeres, ist plötzlich ein Mann ohne zu fragen aufs Boot gesprungen – wir waren erschrocken und wussten nicht, ist es ein „Offizieller“ oder ein Räuber, was geht da vor? Als er ins Cockpit ins Licht kam, sahen wir einen seriösen, gut gekleideten Herrn der auf mich zutrat, mir freundlich nickend innig die Hand schüttelte und mehrfach wiederholte „cok güzel, cok güzel“ – „sehr schön, sehr schön“.
Das sind dann die Ereignisse die einem das Herz erwärmen und die Kraft zum Weitermachen geben.

Die Sonne lässt schon deutlich spürbar und natürlich auch messbar nach, die Erträge sinken mit jedem Tag, deshalb beeilen wir uns ein wenig weiter nach Süden zu kommen, um das ein wenig auszugleichen. Dennoch schaffen wir Tagesetappen von 40 SM – zusätzlich dazu wird ausgiebig gekocht und geduscht – mit warmem Wasser natürlich - und Wäsche gewaschen… Die letzten beiden Tage wäre man mit einem Segelboot deutlich langsamer gewesen, es war wenig Wind. Heute ist absolute Windstille – Motorbootwetter. Bisher hatten wir einen einzigen Tag, an dem ein Segelboot ein klein wenig schneller gewesen wäre – an allen anderen Tagen waren wir mit dem Solarantrieb schneller. An vielen Tagen mussten die mit uns dieselbe Strecken fahrenden Segelboote ihren Motor starten und Diesel verbrennen. Zusätzlich haben sie auch noch Gas verbraucht und den Generator gestartet um Strom für die Bordtechnik zu haben.

Wir mussten unseren Fischer-Panda-Generator seit Wien nicht mehr starten, lediglich damit er sich nicht „kaputt-steht“, läuft er in regelmäßigen Abständen für eine halbe Stunde.

Nun sind wir gut auf der Insel Marmara angekommen - Saraylar, ein kleines Dorf, das hauptsächlich von dem lebt, das der Insel und dem Meer seinen Namen gegeben hat - MARMOR! Hier werden in großem Stil Steinplatten abgebaut, jene, aus denen die prachtvollen antiken Tempel in dieser Gegend gebaut sind.

Morgen gibt es erstmalig einen Badetag! - Wir planen nur ca. 20 SM zu fahren.

Die Fotos - 2 aus Nessebar, dem Touri-Freilichtmuseum, die Steilküste in der Bucht von Sozopol, eine verschleierte Türkin, von der nur ihr Mann weiß wie sie aussieht, eine von Millionen Quallen mit ca. 30cm Durchmesser! - Hagia-Sofia und Blaue Moschee - und die Solarwave - aktuell und in Fahrt Richtung Bosporus.

 

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