Home Solarwave-Project Archiv Reisetagebuch 2011 Es geht ans Eingemachte!
02
May
2011
Es geht ans Eingemachte! Print E-mail
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Die letzten Tage haben wir mit Malereien veerbracht. All die Stellen verhübscht, denen wir uns bisher aus Zeitgründen nicht widmen konnten. Die Bilgen, Schwalbennester, die Stauräume unter den Betten, der Ankerkasten, der Leinenkasten und viele ander Stellen haben nun Farbe bekommen. Die Ruder haben wir wieder mal ausgebaut - da aufgrund der neuen Beam-Konstruktion auch die Verbindungsstange zwischen den Rudern einen neuen (um 20 cm höheren) Platz bekommt, sind die Ruderwellen zu kurz und müssen verlängert werden. Das bedeutet: neue Ruder - gleich wie die alten, nur eben längere Welle. Auch die Ruderhydraulik und der Sensor für den Autopiloten mussten nach oben verlegt werden. Weil der Zugang zu diesen Aggregaten nicht gerade einfach ist verbringe ich mehrere Stunden pro Tag in einer Stellung wie auf dem Foto. Aber zwischendurch kann ich mich beim Schleifen mit Flex oder Bandschleifer ein wenig entspannen ;-)

Wir haben auch 3 Wellenabweiser aus Glasgewebe und Epoxy laminiert. Diese L-Profile werden dann von unten an das Brückendeck laminiert um zum Einen das Brückendeck zu versteifen und zum Anderen von unten raufklatschende Wellen zu brechen.

Wie wird eigentlich so ein Teil hergestellt? Meist wird eine Negativform gebaut, in der dann das jeweilige Teil hergestellt werden kann. Die Qualität der Oberseite der Negaivform bestimmt, wie danach die Außenseite des neu gebauten Teiles aussieht - man sollte also gewissenhaft arbeiten. Mit einem Trennwachs wird gewährleistet, dass man nach dem Aushärten das neu laminierte Teil wieder aus der Form bekommt, manchmal genügt es auch, eine Folie unter zu legen. Danach werden Glasfaserstücke in passender Länge und Breite zugeschnitten. Je nachdem welchen Einsatzzweck das Stück danach bekommen soll, sind das 3 - 10 Lagen Glas- oder Kohle- oder Aramidfasergewebe. So ein Gewebe muss man sich wie einen Stoff vorstellen - meist wie ein grobes Leinengewebe, es gibt auch feinere Ausführungen die sehr dünn und schmeidig sind und sich wie Seide anfühlen - so nennt man sie dann auch. Seidengewebe. Es wird also die Form mit Trennwachs (wie Schuhwachs) eingestrichen, danach Epoxidharz wie eine Farbe aufgepinselt, nun wird die unterste Lage Gewebe in die Form gelegt - faltenfrei, weil diese Lage später zur Sichtfläche wird. Das Harz wird mit einem Lackroller so verstrichen, das das ganze Gewebe gut vom Harz durchtränkt ist - und dasselbe macht man dann mit den folgenden Schichten - wie gesagt, je nach Einsatzzweck und gewünschter Materialstärke ca. 3 bis 10 Schichten. Das Aushärten benötigt je nach Temperatur und verwendetem Harz ca. 1 - 10 Stunden, danach kann man das neu gewonnene Teil aus der Form nehmen. Das Zuschneiden der Glasstreifen hat einen halben Tag gedauert, das Laminieren (das Verkleben der einzelnen Glasschichten miteinander) war dann in einer halben Stunde erledigt. Zum Schluss müssen vom neu laminierten Stück noch die Kanten begradigt und geschliffen werden, dann wird es mit dem Rumpf verbunden - doch das ist eine andere Geschichte.

 

Herzliche Grüße aus dem Arbeitslager - Heike und Michael

 

Die Fotos:

* Ausbau der Ruderanlage
* Schleifen
* Tinka hilft beim Zuschnitt des Glasgewebes
* Laminieren der Wellenabweiser