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Reisetagebuch 2011
22
Dec
2011
Frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr Drucken E-Mail
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Liebe Freunde von Solarwave!

Es ist wieder mal ein Jahr vergangen - voller Neuerungen und
Turbulenzen, viel Arbeit und auch viele schöne Stunden.

In letzter Zeit mehren sich die Berichte über umweltverträgliche
Anwendungen, Renault hat nicht nur eine geniale TV-Werbung, sondern baut
(vermutlich) wirklich alltagsgerechte Elektroautos, etliche andere
Hersteller wollen auch bald E-Autos auf den Markt bringen. Auf den
Messen haben wir viele Elektroboote gesehen, wohl überwiegend stark
verbesserungswürdig aber bereits ein Schritt in die richtige Richtung.
Die Technik ist vorhanden, sie muss nur richtig eingesetzt werden. Die
Hauptursache, warum diese Fahrzeuge noch nicht weiter verbreitet sind,
ist eine falsche, weit übertechnisierte Konfiguration - nicht die
einfachste Variante, sondern die maximale technisch lösbare Form wird
gewählt.
Beim GM Volt (= Opel Ampera) ist ein Brand mit ungeklärter Ursache
aufgetreten - die Produktion / Auslieferung wurde gestoppt. Diese
Fahrzeuge sind zu kompliziert aufgebaut und haben Kinderkrankheiten, die
bei einem einfacheren Aufbau der technischen Anlage gar nicht vorkommen
würden. Wenn nicht notorische Technik-Enthusiasten sondern Menschen aus
der Praxis die technischen Komponenten konfigurieren würden, dann gäbe
es schon weit mehr sinnvolle und fahrbare Boote und Autos.

Das ist eben auch das Anliegen von Solarwave - die Komponenten, die
bereits seit Jahren am Markt verfügbar sind, so zu kombinieren, dass sie
funktionieren und auch vom Laien bedient und gewartet werden können.
KISS - Keep It Simple and Safe!
Verzeiht, wenn pure Begeisterung aus mir spricht, aber das unterscheidet
die Solarwave von anderen E-Booten - die Solarwave fährt wirklich
autark. Ohne einer Einschränkung, die nicht auch jedes andere Boot mit
herkömmlichem Antrieb (Segel/ Motor) haben würde. Auch 300 Meter lange
Frachter haben ebenso wie "normale" Segelboote ihre Grenzen. Für die
Bereiche, in denen die meisten Menschen Urlaub machen - im Sommer, dort
wo es warm und schön ist - ist die Solarwave weit komfortabler,
sicherer, praktischer, luxuriöser und kostengünstiger als jedes andere
Boot das wir bisher hatten. Wie Sie wissen hatten wir vor der Solarwave
neben mehreren kleineren Motorbooten vier Segel-Boote - GFK-Ketch 16,5m,
Stahl-Ketch (Jongert) 20m, Katamaran Lagoon 380 (12m) und Katamaran
Fountaine-Pajot 37 (11m) - mit denen wir insgesamt 60.000 Seemeilen
zurückgelegt haben. Noch nie zuvor haben wir das "Segeln" so genossen,
wie auf der Solarwave, noch nie war das Fahren so entspannend und dabei
so aufregend-schön. Und noch nie hatten wir so viel Energie für den
sonstigen Bordbetrieb zur Verfügung.
Das Konzept funktioniert!
Und es freut uns sogar, dass wir Mails erhalten von gestandenen Seglern
wie z.B. "ich kann mir nicht vorstellen, dass das funktionieren kann,
werd es mir aber genauer anschauen" oder von einem namhaften
Yacht-Tester von Europas größtem Bootsmagazin "jetzt sind bereits ein
Redakteur und ein Fotograf von unserem Magazin bei euch mitgefahren und
haben begeistert über euer Boot berichtet, aber ich kann es immer noch
nicht glauben - das kann ja gar nicht funktionieren ...". Solche
Stellungnahmen freuen uns, weil wir wissen, dass wir die Zweifel
auflösen können, wenn Sie sich und uns die Chance dazu geben. Kommen Sie
an Bord und der Generator wird nicht laufen, Sie werden kein
Landstromkabel sehen - aber Sie werden stundenlanges herrliches
"Sonnensegeln" - bei Flaute und gegen den Wind genießen. Sie werden
unvergessliche Erfahungen machen und lustige Erlebnisse haben -
"normale" Segelboote laden ihre Batterien bei der Solarwave auf, wir
verschenken selbst produziertes tiefgefrorenes Wasser und überholen
Segelboote selbst bei gutem Wind wenn wir das möchten, wir haben die
ganze Nacht "Festbeleuchtung" an, es wird ausgiebig geduscht auf der
Badeplattform wenn andere Yachties sich einschränken müssen - und immer
wieder wird die Solarwave umringt von interessierten Bootfahrern, die
das einfach nicht glauben können!
Verabschieden auch Sie sich von hohen Treibstoffrechnungen, von der
Suche nach Gas-Auffüllstationen und von einem brummenden, vibrierenden
und rauchenden Motor - machen Sie den Schritt in eine neue Zukunft mit
der modernen Art des Segelns!
Sie können auf der Solarwave mitfahren und die Vorzüge dieser neuen
Technik selbst kennenlernen, Sie können so ein Boot erwerben oder ihr
Boot mit unserer Hilfe adaptieren

In diesem Sinne ein Frohes Weihnachtsfest und geruhsame Feiertage sowie
einen Guten Rutsch ins Neue Jahr wünschen Ihnen Heike, Michael und Tinka

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05
Oct
2011
Solarwave steht an Land Drucken E-Mail
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Am 4.10. wurde die Solarwave in der Marina Cleopatra in Preveza an Land gehoben. Um es kurz vorweg zu nehmen - tolle Marina, sehr sauber und ordentlich, perfekter Service etliche deutschsprachige Mitarbeiter, sehr guter erster Eindruck - Details folgen. Hier als Vorgeschmack drei Fotos vom 300 Tonnen-Kran - der nur aufgrund der Breite der Solarwave notwendig war. 
Fotos: 
- Einfahrt in die Marina Cleopatra
- der Kran fährt über uns
- Solarwave steht an ihrem Winterplatz mit Blick auf´s Meer
- der Vorplatz der Marina mit den 2 Portalkränen (50T und 300T)

Die Einwinterungsarbeiten gestalten sich wie auch schon im Vorjahr sehr unproblematisch. Keine Segel die gewaschen, getrocknet und abgeschlagen werden müssen, kein Bimini, das abmontiert werden muss, keine Dieselantriebe die gewartet werden müssen. Nur ein wenig zusammenräumen und das Beiboot putzen, das war´s.  Wenn wir das vergleichen mit dem Aufwand, den wir bei unseren vorhereigen Booten hatten - tagelange schwere Arbeit. Beides probiert, kein Vergleich!
Nicht nur im Sommer hat ein Solarboot große Vorteile, auch beim Einwintern!

Die Saison ist hier zu Ende, am Donnerstag um 5 Uhr geht es los per Auto nach Igoumentisa, mit der Fähre nach Venedig und am Freitag Mittag hat uns die Heimat wieder.


Herzliche Grüße aus dem noch sehr warmen Griechenland!


 
30
Sep
2011
spießig Drucken E-Mail
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na manchmal fällt den Leuten einfach nichts mehr ein .......
Ein "Segler" kommt zu unserem Boot um sich über die technischen Details
der Solarwave zu erkundigen. Nachdem er erfahren hatte, dass wir 30
Stunden autark sind, auch bei starkem Wind gegenan fahren können wich
das anfänglich Erstaunen einer leichten Entrüstung. Als er dann auf
unserem Prospekt gesehen hatte, dass wir nicht nur elektrisch fahren
sonder auch elektrisch kochen und 2 Gefrierschränke und einen großen
Kühlschrank haben, meinte er, das sei ja "schon spießig". Als er
erfuhr, dass wir auch über eine Klimaanlage und 5 Warmwasserboiler
verfügen, sagte er: "ja, aber das ist ja dann gar nicht mehr unbequem" -
mit dem Unterton - ja wenn es Spaß macht und bequem ist, dann hat es ja
gar nichts mehr mit Segeln zu tun .

Tja ......

Aber unsere Gäste fühlen sich trotzdem wohl - obwohl es so spießig und
bequem ist..... ;-)

 
21
Sep
2011
Gewitter und Skipper im Krankenhaus Drucken E-Mail
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Wie in weiten Teilen Europas – nur mit ein paar Tagen Verspätung - hat die Unwetterfront auch in Griechenland gewütet. Draußen recht heftiger Wind – ca. 7 Bft (50 + kmh), hier in einer Bucht auf Meganisi beinahe Windstille, nur wenige Böen schaffen es bis in die geschützte Bucht. In der Nacht war der Himmel stundenlang taghell, tausende Blitze ringsum. In einem Segelboot neben uns hat ein vermutlich kleiner Blitz oder eine Teilentladung eingeschlagen, wir sahen einen Funkenregen vom Masttop auf das Deck niederprasseln, wie ein Feuerwerk!

Leider haben die Segler am Morgen danach - auch wieder während eines Gewitters - die Bucht verlassen, ich hätte sie sehr gerne gefragt, ob etwas beschädigt wurde und was sie so gemerkt haben.

Zwei Nächte hinter einander regnete es sehr stark, der Himmel scheint die Trockenheit der letzten 5 Monate wieder ausgleichen zu wollen. Am Mittwoch stahlblauer Himmel, nur einige bös-schwarze Wolkentürme ziehen noch durch. Aber es ist wieder warm und das Wasser hat noch 29°C!

Seit nunmehr 5 Wochen laboriert der Skipper der Solarwave an einer Schleimbeutelentzündung am rechten Ellebogen. Zweimal wurde er im Krankenhaus von „jungen Ärzten“ untersucht. Erfolglos. Wir wollen das nicht näher erörtern. In der Zwischenzeit erinnerte der Ellebogen an eine Clownnase, kräftig geschwollen und rot, mehrere Therapieversuche mit verschiedenen Medikamenten haben nicht angeschlagen. Ein Besuch in der Privatordination eines Orthopäden brachte zumindest mal eine Diagnose, Röntgen und Bluttest die Gewissheit. Nun stopft er sich mit 2 verschiedenen Antibiotika, entzündungshemmenden Tabletten und Magenschutz den selbigen voll. Aber es wirkt. Auf dem Nachbar-Katamaran urlaubt derzeit ein Chirurg aus Wien, der schnell mal eine Operation an Bord der Solarwave durchgeführt hat. Der Ellebogen wurde punktiert. Kurzum, Operation geglückt, der Patient lebt und ist wohlauf. Anbei das Foto ….

Herzliche Grüße von Bord der Solarwave, Heike und Michael  
 
21
Sep
2011
nur noch 2 Wochen Drucken E-Mail
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..... ist die Solarwave in diesem Jahr in Betrieb, dann wird sie in der Marina Cleopatra www.cleopatra-marina.gr an Land gehoben und die Crew fährt nach Österreich, um den neuen Solarwave- Vortrag vorzubereiten. In der Winterssaison wird das Team auf mehreren großen Messen zu sehen sein und in ihrem Vortrag News über das Projekt, Ergebnisse ihrer Entwicklungsarbeit und eine Vorschau auf das nächste Jahr bieten. Natürlich werden auch viele schöne Fotos aus Griechenland Platz finden und technische Details genannt werden.

Wie ein typisches Charterboot hat die Solarwave von Frühjahr bis Herbst 2011 beinahe fahrplanmäßig jede Woche ca. 120 bis 150 Seemeilen zurückgelegt, dabei waren zumeist 8 Personen – Gäste, Interessenten oder Journalisten und die Crew - an Bord, für die täglich 3 Mahlzeiten gekocht wurden – ausschließlich mit Solarstrom – der Generator wurde seit Wien im Mai 2010 (außer zu Wartungszwecken im Hafen liegend, mit vollen Batterien, unter Zeugen und nur für wenige Minuten) nicht mehr gestartet! Weil es nicht notwendig war.
Ein herkömmliches Segelboot hätte in diesem Zeitraum und auf dieser Strecke nicht nur etliche Gasflaschen und tausende Plastik-Wasserflaschen, sondern auch mindestens 2.000 Liter Diesel verbraucht. Alleine mit diesem Geld könnte man schon einen Satz neue Batterien – der einzige Verschleißteil an Bord – kaufen, was aber gar nicht nötig ist. Sie sind ebenso stark wie am ersten Tag, weil sie kaum belastet werden, da die Solarwave zumeist mit dem Strom fährt, der gerade von den Paneelen produziert wird.

Dieses System ist absolut einzigartig, noch nie hat es eine Yacht gegeben, die in einem mehrmonatigen Testbetrieb - der einem harten, professionellen Chartereinsatz entspricht - im Zeitraum von Mai 2010 bis Oktober 2011 auf einer Strecke von über 4.000 Seemeilen keinen Tropfen Treibstoff - und auch kein Gas zum Kochen - verbraucht. Es sind keinerlei Wartungsarbeiten angefallen, alle Systeme arbeiten noch wie am ersten Tag. Das Einwintern wird heuer wie im Vorjahr nur wenige Stunden dauern, nicht wie auf einem Segelboot üblich mehrere Tage mit Abschlagen der Segel (und allfälligen Reparaturen) und vielfältigen Wartungsarbeiten an Rigg und Motoren.

Täglich bleiben Menschen vor dem Boot stehen und sagen Sätze wie: "das ist das Konzept der Zukunft", "in wenigen Jahren wird es viele Boote geben wie dieses", "I admire your idea", "gratulation to this great project". Gestern hatten wir Robert, einen Schweizer, der vor 30 Jahren nach Neuseeland ausgewandert ist, als Gast an Bord. Es hat mit über 60 Mitarbeitern in Neseeland so ziemlich alles an Fun-Sportarten angeboten - Helicopter-Skiing, Rifer-Rafting, High-Speed-Jetboot-Fahrten auf reißenden Flüssen uvm. Vor 10 Jahren hat er alles verkauft und fährt seitdem mit seinem 44 Fuss Katamaran um die Welt. Auch er war ganz begeistert vom Konzept der Solarwave - "schon oft hab ich mir gedacht, ich schneide den Mast einfach um, so viele Male hast du entweder gar keinen Wind oder er kommt aus der falschen Richtung, oder? Die Strecke von Indonesien nach Australien bin ich motort - 3000 Meilen, ohne den Motor abzuschalten - unterwegs habe ich von Fischern den Diesel gekauft. Dazu brauch ich doch keine Segel, oder?"


Herzliche Grüße von Bord der Solarwave - Heike und Michael

Foto: Heike testet Robert´s Paddelboot - so eines bekommt sie zu Weihnachten - im Hintergrund Robert´s Catamaran, eine St.Francis 44 aus Südafrika.