x Von Syros nach Kythnos sind es 30 SM - herrlich glattes Wasser, alle anderen "Segler" mussten motoren ... Wir fandes es schade, dass wir nach 7 Stunden bereits da waren, wir wären gerne noch länger so lautlos weiter gefahren. Wir haben wieder einen Ausflug mit dem elektrischen Bike-Board quer über die Insel gemacht. Hübsche Landschaft, nette, gepflegte Orte, glasklares Wasser. Was uns auffällt - keine der anderen Inseln ist auch nur annähernd so ein Blütenmeer wie Tinos. Wenn man für Farben was übrig hat, dann kommt man um Tinos nicht herum.
Früh morgens um 5 ist Tagwache, ebenso 30 SM sind es von Kythnos bis ans griechische Festland und weitere 25 SM bis nach Athen. Da wir möglichst früh am Nachmittag dort sein wollen wegen der Journalisten, beschließen wir lieber früh auf zu stehen. Wieder perfektes Solarbootwetter - Wind mit 2 Bft aus Süd, wir fahren mit 4,5 Knoten gemütlich dahin, wir haben schließlich eine Strecke von ca. 55 SM vor uns und wir möchten wie immer mit gut gefüllten Batterien ankommen. In Küstennähe achten wir immer darauf ausreichend Kraftreserven in den Batterien gespeichert zu haben, um bei einer Wetterverschlechterung darauf zugreifen zu können. Wäre kein Land in der Nähe - zB. am Atlantik - dann wäre es kein Problem bei stabilem Wetter die Batterien in der Ncht fast leer zu fahren, weil sie am Vormittag ohnehin wieder aufgeladen wären. Wir produzieren wieder frisches Trinkwasser, die Bettwäsche der Gäste die in Tinos von Bord gegangen sind wird gewaschen, insgesamt 3 Maschinen voll, Heike kocht - und alles nur mit Solarenergie.
Auch in den letzten beiden Häfen immer wieder die selben Fragen - funktioniert das wirklich - was, sogar eine Waschmaschine und 2 Tiefkühler - was ist wenn einmal keine Sonne scheint .... Staunen, Bewunderung, beharrlicxhes Desinteressen von den "eingefleischten Seglern", Gratulationen und Glückwünsche.
Interessant ist, dass kein Segler sich selbst die Frage stellt: "was ist eigentlich, wenn kein Wind weht?"Ganz logisch, dann startet er den Motor. Das könnten wir auch - den Generator starten, war bisher aber noch nicht notwendig. Die 169 Betriebsstunden bisher ist der Generator in Deutschland im Winter gelaufen, da wir ihn zum Heizen und teilweise auch zum Fahren - Schnee auf den Paneelen, stromaufwärts am Rhein gegen bis zu 15 kmh Gegenströmung - benutzt haben. Seit dem Main ist er nicht mehr gelaufen. Warum? Weil es nicht notwendig war! Und trotz alledem reichlich Strom zum Backen, grillen, kochen, gefrieren, Wäschewaschen, für 5 Warmwasserboiler, Wassererzeugung - und zum Fahren.
Fotos: * an der eleganten Promenade in Syros * 60° heiße Thermalquellen direkt am Strand in Kythnos * Kythnos * ein Pope (orthodoxer Pfarrer) läßt seinen Yorkshire-Terrier mit Tinka spielen * Sonnenaufgang über der Insel Tinos * Paneele müssen auch auf hoher See geputzt werden
Wir sind nach 11 Stunden Fahrt (Durchschnittsgeschwindigkeit 5 Knoten mit fast vollen Batterien in Athen angekommen und liegen in der Flisvos Marina. Unser Partner Helmepa - eine griechische Umweltschutzorganisation hat das perfekt organisiert. In dieser Marina kommen wir uns wirklich klein vor - am Funk konnten wir hören, wie der Hafenmeister dem Marinero Bescheid gesagt hat, welchen Liegeplatz wir bekommen - und dabei hat er die Solarwave "Micro-Katamaran" genannt. Ich wollte aus der Haut fahren, war in meiner Ehre gekränkt .... und dann habe ich gesehen und alles verstanden. Was wir verstanden haben, wie wir uns hier fühlen, wo die Milliarden stehen, die in der Staatskasse fehlen und was mit dem Geld passiert, das wir "Nettozahler" hinunter überweisen, das erfahren Sie in der nächsten Folge ;-)
Herzliche Grüße aus dem endlich frühsommerlich warmen Athen - Heike und Michael
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