Home Solarwave-Projekt Archiv Reisetagebuch 2012 Lithium-Batterien installiert!
10
Jun
2012
Lithium-Batterien installiert! Drucken E-Mail
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Es hat lange gedauert - über zwei Jahre seit dem ersten Gespräch. ESTechnologies als seriöser Entwickler hat ein vernünftiges Produkt auf den Markt gebracht, Lithium-Batterien, die sich nicht nur durch hohe Energiedichte, sondern auch durch eine hohe Betriebssicherheit auszeichnen. Andere Hersteller verbauen meist kleinste Zellen zu Hunderten in einer solchen Batterie - das erfordert eine hoch-komplexe Ladeelektronik, weil jede dieser Zellen EINZELN überwacht, EINZELN geladen und entladen werden muss! Vorteil - diese Zellen sind Massenware (Handybatterien) und dementsprechend billiger. Nachteil - wenn nur eine dieser hunderten Zellen ausfällt, schaltet sich die Batterie ab.

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Im Gegensatz dazu verwendet EST große Zellen - nur 14 Stück sind in unserer 10,5 kW Batterie (ca. 200Ah an 48V) verbaut. Das ist wesentlich betriebssicherer.

Für den technisch nicht so Versierten: 200Ah an 48V entspricht 4 Stück 200Ah an 12V. Das ganze Paket ist aber nur so groß wie 2 Stück 200Ah Bleibatterien - also vom Platz spart man sich schon mal die Hälfte. Die Lithium-Batterie wiegt 75 kg - ungefähr ein Viertel einer Bleibatterie gleicher Kapazität!
ABER - und das ist das eigentlich Entscheidende - eine Lithiumbatterie hat ein völlig anderes Lade und Entladeverhalten - zum Einen sind 100% entnehmbar - und zum Anderen muss man nur das laden, das man vorher entnommen hat. Sie meinen, das sei ja normal, oder? Nein, ist es nicht! In eine Bleibatterie muss man - abhängig von Temperatur und anderen
Faktoren - zwischen 30 und 60% mehr hineinladen als man entnehmen kann!
Warum? Der Rest geht auf in "Umwandlungsverluste" - Wärme und Energieaufwand in die Spaltung der chemischen Bestandteile der Batterie. Bei der Ladung und bei der Entladung .....
Das heißt, man muss für eine Bleibatterie auch um diesen Faktor mehr Energieerzeuger haben! Mit deren Gewicht und Kaufpreis.
Und dann kommt noch die Tatsache hinzu, dass man 100% der in der Lithium-Batterie gespeicherten Energie entnehmen kann. Bei einer herkömmlichen "Verbraucher"-Bleibatterie sind es gerade mal ca. 50%.

Ob diese ganzen Angaben stimmen, werden wir in den nächsten Monaten überprüfen - und Sie dabei auf dem Laufenden halten. Wir sind jedenfalls schon sehr gespannt. Was wir bisher schon sagen können: sie hat den
Solar-Laderegler ausgesaugt, weil sie einen deutlich geringeren Innenwiderstand als ihr bleiener Bruder hat.
Erst als sie voll war, hat sie gesagt: danke, genug - und hat abgeschalten. Keine 4-Stufen-Ladekennline erforderlich. Vollgas bis sie voll ist. Punkt. Wesentlich einfacher als Bleibatterien.
Wir haben einen eigenen Laderegler für diese Batterie eingerichtet - getrennt vom restlichen System - aber jederzeit mit 2 Schaltern wieder umschaltbar auf die alte noch an Bord befindliche Bleibatterie. Backbord fahren wir mit Blei, an Steuerbord mit Lithium.

Morgen früh starten wir mit einer ersten "Nacht"-Testfahrt. "Nacht" deshalb, weil wir die Batterie ohne sie zu laden für mehrere Stunden belasten werden.

Bis bald, herzliche Grüße, Heike und Michael

Foto: Mit der Hilfe von 2 starken "bundesdeutschen" Männern heben wir die Lithium-Batterie an Bord.