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Victron Energy - Inverter, Charger und Energiemonitor Print E-mail

Wir haben an Bord der Solarwave zwei Phoenix 3000/48 Inverter von Victron Energy, die den gesamten "Haushalt" mit Strom versorgen - das sind einige Elektro-Geräte, die oft genug sogar gleichzeitig laufen - großer Kühlschrank, Gefrierschrank, Klimaanlage, 5 Warmwasserboiler!!!, 2 x 2 Induktions-Herdplatten, Backrohr mit Mikrowelle und Heißluft, Brotbackautomat, Kaffee- und Espressomaschine, div. Küchenhelfer wie Mixer, Rührstab etc., Staubsauger und Waschmaschine - sowie an den Steckdosen Laptops, Fernseher, Handyladegeräte, E-Zahnbürste und Föhn und bei Bedarf Werkzeuge wie Bohrmaschine, Stichsäge, Winkelschleifer u.a. und im Winter Heizlüfer mit 3 x 2 kW = 6 kW

- das heißt - die Inverter laufen rund um die Uhr und haben richtig was zu tun!


Anfangs hatten wir für die zwei Inverter zwei Stromkreise aufgebaut und die Verbraucher möglichst gleichmäßig aufgeteilt. Es hat nicht gut funktioniert, immer wieder hat ein Inverter Überlast angezeigt und der andere war unterbeschäftigt.

Die Inverter von Victron können aber auch im Parallelbetrieb arbeiten, das läuft so ab:

Der "Master" ist in Bereitschaft mit geringstem Standby-Stromverbrauch. Er fährt sich innerhalb von ein paar Millisekunden hoch, sobald ein Verbraucher eingeschaltet wird. Wenn er an seine Leistungsgrenze (von ca. 3 kW) stößt, schaltet der "Master" den "Slave" - den 2. Inverter - automatisch parallel dazu und hat dann eine Dauerleistung von ca. 6 kW. Für kurzzeitige Einschaltströme oder Spitzenlasten von ein paar Minuten Dauer sind die Inverter noch weit über die 6kW hinaus belastbar. Die "Einschaltverzögerung" ist nicht spürbar, kein Bildschirm flackert, die Stromversorgung ist genau so perfekt wie zu Hause.


Ein bisserl mitdenken muss man natürlich schon - bei laufender Waschmaschine mit Kochwäsche, sollte man nicht gerade gleichzeitig auf 4 Platten kochen, Brot backen, ein Hähnchen grillen, die Klimaanlage / Heizung voll einschalten und in allen drei Bädern heiß duschen. Aber wenn man es ein wenig mit Verstand angeht, dann klappt es ohne merkliche Einschränkungen.

Trotz unserer Verbraucher mit einer Gesamt-Stromaufnahme von über 30 kW - die teilweise wirklich gleichzeitig laufen, wurde seitdem wir im Parallelbetrieb sind, noch nie eine Überlast angezeigt. Eine wirklich sensationelle Konfiguration!

 

 

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An Bord der Solarwave befindet sich auch ein Charger (Ladegerät), der die Batterien laden kann, wenn wir an Landstrom hängen. In Deutschland während des Winters war er "lebensnotwendig" und hat uns mit seiner leistung von ca. 3kW begeistert - ca. 55 A an 48 V (er lädt mit ca. 56 V  x 55 A = 3080 W). Seit dem Frühjahr haben wir ihn nicht mehr verwendet, weil die Solarpaneele seinen Job übernommen haben. Wenn wir eines Tages wieder in kühle Gegenden kommen, im Winter am Boot wohnen und über die Inverter auch heizen, werden wir dieses intelligente Kraftpaket wohl wieder gerne verwenden. -

Eigentlich überflüssig zu erwähnen - 4-stufige Ladekennline, Anpassung an alle Batteriearten, vielfältige Einstellmöglichkeiten, hoher Wirkungsgrad ..... ein high-end-Gerät.

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Und dann haben wir auch etliche Displays - einerseits zur Überwachung von Charger und Inverter, sie geben Spannung und Strom an und man kann damit auch die Geräte fernbedienen. Weil die großen und schweren Ladegeräte und Inverter meist nicht leicht zugänglich montiert werden können, sind solche Fernbedien-Panels nicht nur sehr praktisch, sondern unverzichtbar. Hier zu sehen ein Kombipanel für Charger und Inverter. Sehr hilfreich in Marinas mit schwacher Leitungsabsicherung ist der Drehregler "current limit" - damit begrenzt man stufenlos den Ladestrom und vermeidet damit, alle paar Minuten auf den Steg gehen zu müssen, um die Sicherung wieder einzuschalten. Notwendig wird dieser Regler, weil die Victron-Ladegeräte sehr stark sind und zur "Hauptladezeit" (ca. 18-22 Uhr) schon mal das Netz an seine Grenzen bringen. Wenn alle schlafen gegangen sind, dann kann man getrost auf volle Leistung drehen und damit bequem die Batterien voll laden. Sehr sinnvolles feature!

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Da wir auf der Solarwave Charger und Inverter getrennt haben, haben wir auch getrennte Fernbedien-Panele - hier am Foto oben die Skylla-, darunter die Phoenix-Fernbedienung, darunter das Panel des Fischer-Panda Generators, rechts daneben das Satelliten-Telefon und noch weiter rechts die Steuerung der Klimaanlage - die auch über 220 V betrieben wird.

 

navigationstisch_detail

 

 

 

Zur Überwachung der Batterien verwenden wir den BMV600 von Victron Energy - das ist ein Batteriemonitor, der neben Volt und Ampere auch Amperestunden - also den Verbrauch seit der letzten Volladung, den derzeitigen "Füllstand" der Batterie und viele andere Parameter anzeigt. Über die Sinnhaftigkeit von so einem Amperestundenzähler muss man mittlerweile nicht mehr diskutieren. Wer nicht nur seinen Batteriezustand im Auge haben möchte, sondern auch versteckte Fehlströme und vergessene Verbraucher entdecken will und wissen möchte, wie viel Leistung Solapaneele, Windgenerator und Lichtmaschine wirklich erzeugen, der muss so eine Anzeige installieren. Sie sind nicht teuer und einfach in der Installation. Mit wenigen Handgriffen ist er angeschlossen und erleichtert künftig das Leben - und verlängert durch bewußtes Nutzen der einzelnen Energieerzeuger und Verbraucher auch die Lebensdauer der Batterie. das kleine Ding kann mehr, als man ihm auf den ersten Blick zutraut - wir haben 4 Stück davon - zwei für die 48 V -Batteriebänke für Motoren und Inverter, einen für das 12 V Bordnetz und einen für die Beibootbatterien.

bmv

Fazit:

Wir sind mit diesem System außerordentlich zufrieden - das Service von Victron ist kompetent und effizient, ein Fehler an einem Shunt wurde innerhalb von wenigen Tagen Postweg durch Austausch des gesamten Gerätes behoben - äußerst kulant. Vollstes Lob!

Wir haben bereits auf unserer Lagoon 380 einen Phoenix Charger/Inverter von Victron verwendet und waren sehr zufrieden.